Quellenangaben – Beispiele aus der (geographischen) Praxis

Nachdem ich im letzten Eintrag eher theoretisch über die Elemente eines bibliographischen Eintrags schrieb, möchte ich im Folgenden ein paar konkrete (generell auch sehr lesenswerte) Beispiele aus geographischen Werken zeigen. Man wird sehen, dass es verschiedenste Möglichkeiten gibt, die einzelnen Elemente zu ordnen und zu formatieren.

Beginnen wir mit einem Beispiel aus der Geographischen Rundschau. Hier die Bibliographie eines Aufsatzes von Gerhard Wörner (GR 6/2011, S.26-30): “Vulkanismus an Subduktionszonen”.

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Ähnlich (aber nicht gleich) gibt sich die Praxis Geographie. Hier beispielsweise die Bibliographie aus dem Aufsatz von Volker Kaminske: “Haben Platten einen Reißverschluss?” (PG 05/2008, S.20-23).

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Es folgt ein weiteres Beispiel aus einer deutschen (geographischen) Fachzeitschrift. “Klimaänderungen in Mitteleuropa seit dem Tertiär” von Jürgen Herget, erschienen in Petermanns Geographische Mitteilungen (2000/ 4, S.56-65).

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Wieder anders sieht es im Spektrum der Wissenschaft (02/2009, S.78-87) aus. Cornelia Park und Hans-Ulrich Schmincke schreiben über die “Apokalypse im Rheintal”.

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Olaf Bubenzer und Ulrich Radtke schrieben 2007 über “Natürliche Klimaänderungen im Laufe der Erdgeschichte” (erschienen in dem Sammelband Der Klimawandel – Einblicke, Rückblicke und Ausblicke, S. 17-26)

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Joachim Eberles Buch “Deutschlands Süden” (die zweite Auflage erschien 2010) ist ähnlich, aber nicht gleich.

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Der Weltrisikobericht 2011 der Vereinten Nationen differenziert interessant (ich bin mir selbst nicht sicher, ob ich dies gut finde) zwischen Autoren und Institutionen (Kapitälchen bzw. Versalien).

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Optisch recht ansprechend finde ich die Bibliographie der Publikationen des Berlin Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Hier ein Auszug aus dem Aufsatz “Schwieriges Wachstum” von Lilli Sippel, Franziska Woellert und Reiner Klingholz (2010).

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In der Zeitschrift Nature (00/2012, S.2-6) erschien der Artikel “Supercontinent cycles and the calculation of absolute palaeolongitude in deep time” von Ross N. Mitchell, Taylor M. Kilian & David A. D. Evans. Die Bibliographie ist chronologisch als Endnoten geordnet.

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Es folgt ein Auszug aus der Bibliographie des IPCC Reports von 2007 (Climate Change 2007: The Physical Science Basis)

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Schließen möchte ich mit einer der grafisch anspruchsvollsten Publikationen aus dem Bereich der Wirtschaftsgeographie.  Der “Atlas of Economic Complexity” von Ricardo Hausmann, César Hidalgo und anderen (MIT 2011)  hat auch eine sehr stimmige Bibliographie:

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Quellenangaben und Zitate

Ein Dauerbrenner. Ein Seminar ist jetzt gerade vorbei (das Zitieren klappte halbwegs zufriedenstellend), das andere hat inzwischen seine Themen und beginnt mit Recherchen. Auch wenn eine saubere Bibliographie nur einen geringen Anteil an der Endnote hat, gehört sie meines Erachtens zu dem Bereichen, die eigentlich passen sollten. Viele Wege führen nach Rom und ebenso viele Möglichkeiten gibt es, die Bibliographie zu gestalten. Aber komplett sollte sie sein…

Während ich in einem folgenden Blogeintrag konkrete Beispiele aus der Praxis zeigen werde, fokussiere ich mich hier mehr auf die Theorie. Mögliche Elemente einer vollständigen Quellenangabe können sein:

Verfasser

Der Vorname kann abgekürzt werden. Sehr selten tritt der Fall ein, dass zwei verwendete Autoren mit dem gleichen Nachnamen und Anfangsbuchstaben der Vornamens verwendet werden. In diesem Fall kann man ja durchaus den Vornamen in seiner Gänze nennen.

Ämter o.ä. können auch als Verfasser fungieren. Auch Radiosendungen, Fernsehbeiträge, Podcasts etc. haben einen Verfasser.

Bei zwei Autoren erwähnt man beide (durch “und” verbunden); bei mehr als zwei reicht die Ergänzung “et al.” (lat. et aliter) hinter dem ersten Autor. Ich habe aber auch schon vier Autoren namentlich erwähnt gesehen.

Wenn kein Autor erkennbar ist – was im Internet leider durchaus passieren kann – so sollte man als erstes überdenken, ob die Quelle wirklich sinnvoll, seriös oder notwendig ist.

Bei positiver Antwort wird die Quellenangabe dann ohne Autor erfolgen. Das erste Element ist also der Titel – umso besser, wenn der Titel vom Format her (sei es durch kursive Schrift oder Anführungszeichen) auch gleich als Titel ins Auge springt.

Alternativ kann man auch die Quellenangabe mit “(kein Autor)“ beginnen.

Bei Wikipedia kann man durchaus in der Versionsgeschichte einer Seite einen Autor erfahren. Wenn man dies tut, kann man das Pseudonym noch mit dem Vermerk “Benutzer xxx” ergänzen.

Gerade bei wikipedia ist die Version der Seite nicht unwichtig, da sich manche Inhalte innerhalb kurzer Zeit ändern. Wikipedia hilft den Suchenden durch die Zitierhilfe (Bsp. Eiszeitalter) – man findet sie links vom Artikel im Menüpunkt ‘Werkzeuge’. Insofern wäre bei Wikipediaquellen durchaus auch noch der Eintrag durch die Ergänzung Versionsnr. eindeutiger. Alternativ sollte aber folgendes erwähnt werden:

Erstellungsdatum bzw. Erscheinungsdatum

Das Datum folgt klassischerweise dem Titel (etwa in Klammern) oder steht hinten. Manchmal erfordert die Recherche bei Internetseiten etwas Zeit – allerdings kann ein nicht erkennbares Erstellungsdatum auch ein Merkmal weniger ernsthafter Artikel sein.

Bei Bücher kann man noch die Auflage eines Buches ergänzen, da sich von Auflage zu Auflage (weniger von Druck zu Druck) manche Inhalte verändern. Normalerweise wird dies der Jahreszahl in hochgestellten Ziffern vorangestellt, etwa: 22012 – also erschienen 2012 in der 2. Auflage.

Bei mehreren Werken eines Autors aus dem gleichen Jahr, erweist es sich als sinnvoll, hinter die Jahreszahl noch Kleinbuchstaben zu ergänzen, etwa 2012a, 2012b etc. Dadurch kann ich meine Verweise aus dem Text der Arbeit eindeutig gestalten.

Titel

Untertitel kann man hinzufügen, sofern diese eine Zuordnung erleichtern.

Zeitschrift

Wenn der Aufsatz aus einer Zeitschrift stammt, so ist dies anzugeben: “In: Zeitschrifttitel”. Bitte Heft oder Nummer der Zeitschrift, Jahrgang, Seitenzahlen des gesamten Artikels  etc. nicht vergessen.

Buch

Falls der Aufsatz in einem Buch stand, muss auch dieses Werk (inklusive dessen Herausgeber – gekennzeichnet durch den Hinweis Hrsg. in Klammern hinter dem Namen) aufgeführt werden.

Bitte die Ausgabe des Buches nicht vergessen sofern es sich nicht um eine Erstauflage handelt.

Es macht durchaus Sinn auch den Verlag (mit Ort) anzugeben, bei dem das Buch erschien.

“Nicht veröffentlichte Studienabschlussarbeit” oder ähnliches weißt darauf hin, dass die Arbeit nicht veröffentlicht wurde.

Internetadresse (URL)

Vor die Adresse kann man auch noch Vorsätze wie etwa “Online unter” o.ä. anbringen. Auch wenn Textverarbeitungsprogramme gerne URLs als solche kennzeichnen (kursiv, blau, unterstrichen etc.) finde ich dies in der endgültigen Arbeit irritierend. Meist genügt ein Rechtsklick und das Entfernen des Hyperlinks im Dokument.

Bei langen URLs (was eher der Regelfall ist), bitte auf ein Trennen idealerweise an Schrägstrichen achten.

Dazu gehört auch das Datum des Aufrufs der Seite.
Hoffentlich sind nicht wieder mehr als die Hälfte der verwendeten Seiten am Wochenende vor Abgabe der Arbeit aufgerufen worden…

Die Uni Saarland hat einige recht gute Gedanken zum Zitieren von Onlinequellen notiert. Auf diese sei hier hingewiesen.

Geht das auch leichter?

Ein bisschen Schummeln ist ok – oder nennen wir es Zeitersparnis. Es gibt Programme, die versuchen, entsprechende Informationen von Internetquellen automatisch zu finden.

Direkt online bietet sich etwa citethisforme an (was auch als generelle Orientierungshilfe für das Sammeln entsprechender Daten hilfreich ist); als (Standalone) Softwarelösung nehme ich selbst (seit Version 3.0) Zotero und die entsprechende Browsererweiterung.

Wie baue ich daraus denn nun meine endgültige Angabe?

Was den Stil und die Formatierung betrifft, bin ich selbst von der Fülle der Möglichkeiten überfordert. Autor in Kapitälchen, kursiv oder normal? Titel in Anführungszeichen oder kursiv? Jahreszahl in Klammern oder hinten? Din 1505-2?

Ich bin sehr dankbar für Zotero, das mir in dieser Hinsicht viel Arbeit abnimmt und mir Änderungen am Stil konsequent und sofort ermöglicht. Eventuell kommt noch ein Eintrag dazu später. An dieser Stelle vielleicht der Hinweis auf die Seite diverser möglicher Stile (in Zotero) mit Vorschau: das Zotero Style Repository, das einem (via MouseOver) schnell zeigt, wie eine Bibliographie entsprechend formatiert werden kann.

Von meinen Schülern erwarte ich hier primär Konsistenz. Und (so selbstverständlich es klingen mag) eine alphabetische Sortierung.

Wie verweise ich im eigentlichen Text auf die Quelle?

Im Fließtext bzw. in den Fußnoten erwarte ich nur kurze Verweise auf den kompletten Eintrag in der Bibliographie. Völlig ausreichend ist dann etwa: Autor (Jahr): Seite.

Bei Internetquellen fällt die Seite weg, bei gedruckten Medien sollte sie sich auf die konkrete Stelle (nicht den gesamten Artikel) beziehen.

Erdkundeordner auf der Festplatte

Auf jeden Erdkundelehrer kommt vermutlich eine andere Art und Weise seine Materialien zu ordnen – sowohl als handfeste Materialien, wie auch als digitale Daten auf der eigenen Festplatte.

Einerseits ist eine systematische Ordnerstruktur in Zeiten blitzschnellen Durchsuchens des Computers (ich persönlich schwöre auf Everything) nicht mehr ganz so wichtig, wie noch im analogen Zeitalter von (ausschließlich) Ordnern, Hängemappen, Schuhkartons etc.

Andererseits hätte ich vielleicht bereits im Studium doch die eine oder andere Datei bereits zielgerichtet an einem Ort aufgehoben, wo ich dann Jahre später davon hätte profitieren können. Denn während die Sammelleidenschaft (die Geographielehrern durchaus oft eigen ist) schnell das Arbeitszimmer an seine Grenzen bringen kann, ist digital kein Ende abzusehen. Im schlimmsten Fall muss eine neue Festplatte her.

Insofern habe ich (mit etwas Nostalgie an mein Studium denkend) den aktuellen Lehrplan (Bayern, Gymnasium) von sämtlichen Ausführungen befreit und erhielt eine Ordnung, die mir als Grundlage für meine Materialien dient. Ich habe jeweils noch weitere Unterordner für einzelne Einheiten – dies wächst aber einfach sukzessiv. Als grobes Gerüst und Einstieg hilf dies jedoch erst einmal.

05
	5.1 Planet Erde
	5.2 Naturräume in Bayern und Deutschland
	5.3 Ländliche Räume in Bayern und Deutschland
	5.4 Städtische Räume in Bayern und Deutschland
	5.5 Regionaler Bezug und globale Erweiterung
	5.6 Geographische Arbeitstechniken und Arbeitsweisen
07
	7.1 Kontinent Europa
	7.2 Meere und Küsten Europas
	7.3 Ländliche Räume Europas und ihre Nutzung
	7.4 Industrie- und Verdichtungsräume in Europa
	7.5 Zusammenarbeit in Europa
	7.6 Portraits europäischer Länder
	7.7 Regionaler Rückblick und globale Erweiterung
	7.8 Geographische Arbeitstechniken und Arbeitsweisen
08
	8.1 Klima- und Vegetationszonen der Erde - Tropen und Subtropen
	8.2 Leben und Wirtschaften in tropischen und arid-subtropischen Räumen
		8.2.1 Orient - Nordafrika, Naher und Mittlerer Osten
		8.2.2 Afrika südlich der Sahara
		8.2.3 Mittel- und Südamerika, Karibische Inseln
	8.3 Entwicklungsländer und ihre wirtschaftliche Verflechtung mit Europa
	8.4 Regionaler Rückblick und globale Erweiterung
	8.5 Geographische Arbeitstechniken und Arbeitsweisen
10
	10.1 Die neuen Wirtschaftsmächte Indien und China im Vergleich
	10.2 Der pazifische Raum
		10.2.1 Geodynamische Vorgänge im pazifischen Raum
		10.2.2 Der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum
	10.3 Weltwirtschaftsmacht USA
	10.4 Russland – Land im Umbruch
	10.5 Globale Herausforderungen
	10.6 Geographische Arbeitstechniken und Arbeitsweisen
11
	11.1 Der blaue Planet und seine Geozonen
	11.2 Ökosysteme und anthropogene Eingriffe
		11.2.1 Die Tropen
		11.2.2 Die kalten Zonen
	11.3 Ressourcen – Nutzung, Gefährdung und Schutz
		11.3.1 Wasser als Lebensgrundlage
		11.3.2 Rohstofflagerstätten und deren Nutzung
	11.4 Umweltrisiken und menschliches Verhalten
	11.5 Geographische Arbeitstechniken und Arbeitsweisen
12
	12.1 Eine Welt – Strukturen, Entwicklungswege, Verflechtungen, Globalisierung
		12.1.1 Merkmale und Ursachen unterschiedlicher Entwicklung
		12.1.2 Bevölkerungsentwicklung und Verstädterung
		12.1.3 Globalisierung
	12.2 Raumstrukturen und aktuelle Entwicklungsprozesse in Deutschland
	12.3 Geographische Arbeitstechniken und Arbeitsweisen

Die Erstellung dieser Ordner kann man durchaus automatisieren. Text-2-Folder etwa kann aus einer Textdatei in einem Rutsch entsprechende Ordner auf der Festplatte erstellen. Eine kleine Anleitung gibt es auch im dazugehörigen Forum.

Neue Weltkarte mit Südsudan

Ab morgen gibt’s ein weiteres Land auf der Erde. Leider ist der Südsudan (54. Staat Afrikas) auf nur wenigen Karten bisher eingezeichnet. Ich habe auf die Schnelle zwei stumme Karten mit dem Südsudan ins Netz gestellt. Einmal mit Flüssen, einmal nur die Ländergrenzen.

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Falls man die Spaltung des Sudans im Unterricht thematisieren will, könnte der Artikel Kein Weg zurück der Zeitschrift zenith (im Spiegel Online veröffentlicht als Countdown zur Unabhängigkeit – Südsudan versucht einen Neu-Staat) ein passendes Medium sein: Er geht recht gut auf die Ausgangssituation des Sudan und den Werdegang ein und schließt mit ein paar offenen Fragen, die durchaus eine kleine Diskussion einleiten könnten.

Etwas ausführlicher ist der Artikel Frei und zerrissen in der Zeit, lässt sich aber durchaus auch als Gruppenarbeit gut erarbeiten.

Bilder zur Thematik finden sich (wieder einmal) auf der ausnahmslos empfehlenswerten Seite The Big Picture vom Boston Globe. Zusätzlich sind einige davon auch zu anderen Themen (etwa Nomadismus) einsetzbar.

Eine Infografik Fokus Republik Sudan hat der österreichische Standard bereits vor 3 Jahren ins Netz gestellt, die auch heute noch gut verwendet werden kann.

Für den Einsatz als Audiomedium bietet sich ein Beitrag von DeutschlandRadio Wissen an, der in etwa 8 Minuten die Unabhängigkeit im Südsudan (Neuer Staat, alte Probleme) behandelt.

Ein kurzer Videobeitrag zum Thema ist zum Beispiel der entsprechende Teil des ARD Weltspiegels vom 03.07. Zur Zeit ist er online in der Mediathek zu sehen.

Unterrichtsmaterialien zur Hungersnot in Ostafrika

Trauriges Thema, aber für den Unterrichtseinsatz in der 8. Jahrgangsstufe sehr passend: die aktuelle Hungesnot rund um das Horn von Afrika geht in den Tagesmedien etwas unter, obwohl mehr als 10 Millionen Menschen davon betroffen sind. Viele davon Kinder, Tendenz steigend.

Diverse (fast schon klassische) geographische Themen können dabei besprochen werden:

  • Klimavariabilität
  • Desertifikation
  • Anstieg der Nahrungsmittelpreise
  • Flucht und Migration

An dieser Stelle seien hier ein paar Materialien erwähnt. Die Liste wird in den folgendern Tagen vermutlich noch ergänzt werden.

  • Im Guardian gibt es einerseits zwei lohnenswerte Karten, aus denen man sehr viel erarbeiten kann. Der dazugehörige Artikel ist von Niveau her für eine 8. Klasse sehr anspruchsvoll. Die Bildergalerie hingegen ist uneingeschränkt empfehlenswert.
  • Ich habe den Text vom Spiegel genommen (bzw. dpa), der knapp aber ausführlich genug ist. Ähnliche Artikel finden sich in diversen Printmedien – eine Suche via google lohnt könnte vielleicht lohnen, allerdings fand ich viele Texte, die auf die gleiche dpa-Meldung zurückgingen.
  • Deutschlandradio Wissen hat einen kurzen (2:45) Audiobeitrag im Netz, der den Fokus auf Somalier in einem keniaischen Flüchtlingslager setzt.
  • Für den bilingualen Unterricht gibt es einen aktuellen Podcast der BBC, der das Thema aufgreift.
  • Der Einfluss des Klimas auf die aktuelle Situation ist zweifelsohne unumstritten. Zwei Artikel, die unterschiedlichen Schwerpunkt setzen, könnten durchaus angesprochen werden. scinexx schrieb bereits im Februar allgemein zum Klimawandel und den Auswirkungen auf die Region: “Erwärmung des Indischen Ozeans bringt trockenere Luftmassen nach Afrika.” Irin (Nachrichtendienst der UN) hingegen warnt vor zu schnellen Rückschlüssen und betont die Bedeutung von El Niño/La Niña für die Dürre.
  • Zum Thema Klima sind die modifizierten Satellitenaufnahmen vom Earth Observatory der NASA wertvoll. Einerseits zur starken La Niña, andererseits konkret zur Trockenheit/Vegetation in Ostafrika.
  • (Englischsprachige) Aktuelle Informationen gibt es auch auf der Seite von USAID. Guter Einstiegspunkt hierfür ist die Ostafrika-Seite.

Update 16.07.2011: So langsam wird das Thema auch von den Medien aufgegriffen. In Zeitungen erscheinen eigene Berichte, hier und da ergänzt mit Karten und Infografiken (wobei die Guardian Infografiken meines Erachtens immer noch die meisten Informationen sinnvoll darstellen). Das Fernsehen zeigt erste Berichte über Flüchtlingsdramen. Auf zwei sei hier hingewiesen: einmal vom Spiegel, andererseits vom ZDF. Beide Beiträge sind knapp über 1 Minute lang.

Das iPhone als Uhrenersatz im Colloquium

Das iPhone als ultimatives Hilfsmittel in allen Lebenslagen – so wird es gerne in den Apple Werbungen angepriesen. Es wirkt auch, zumindest bei den einen. Meine Frau gehört zu den anderen und bringt mich dann doch ab und an wieder zurück in die Realität.

Aber… es hat in der Tat ein paar Hilfsmittel bei mir ersetzt, die ich seitdem nicht mehr benötige (zusätzlich zu den Hilfsmittel, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass ich sie brauche…). Zum Beispiel meine Uhr.

Insbesondere im Colloquium war ich recht froh, da eine Timerfunktion via iPhone eleganter und vor allem präziser war, als ein ständiges Schauen auf das Ziffernblatt. Zwei Colloquien und mündliche Prüfungen liegen in diesem Schuljahr hinter mir, zwei Apps habe ich dabei benutzt und finde beide recht brauchbar.

Simple Speech Timer

Kostet nichts, zeigt die Zeit im Hoch- und Querformat schön groß an und kann eine bestimmte Zeit vor Schluss auch noch die Schriftfarbe ändern. So sieht man recht schnell, ob noch Zeit für eine weitere Frage ist.

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Der Timer läuft auch nach 00:00 noch weiter, Farbe dramatisch rot und man merkt, dass die Prüfung vorbei ist.

Timewinder

Etwas nerdiger der Timewinder, aktuell für 2,39 Euro, aber gelegentlich auch für weniger. Das Schöne hierbei ist die Möglichkeit, einzelne Schritte zu definieren, also zum Beispiel:

  • 10 Minuten: Schwerpunkt Referat
  • 5 Minuten: Fragen zum Referat
  • 7:30 Minuten: Fragen zum einen Halbjahr
  • 7:30 Minuten: Fragen zum anderen Halbjahr

Dies jeweils mit der Möglichkeit Alarm auszulösen oder nicht, jeweils Bild anzuzeigen, zu stoppen oder weiterzulaufen (in den nächsten Schritt). Für mich ist dies bisher die optimalste Lösung, da ich überhaupt nicht mehr mitdenken muss (was die Uhrzeit betrifft). Ich lege mir im Vorfeld für jeden Kandidaten einen Timer an, trage da bereits die entsprechenden Halbjahre und das Schwerpunktthema ein und kann mich darauf verlassen, dass ich auch beim fünften Prüfling in Folge immer genau weiß, was ich prüfen soll.

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Ebenfalls praktisch ist die Möglichkeit sich Vorlagen abzuspeicher und via email an sich selbst zu schicken (und dann wieder importieren). Die Vorlage für das obige Beispiel lautet:

timewinder://timer?name=Colloquium&sound=&__WR__=__d__&duration=600&options=12&text=Schwerpunkt%20Referat&sound=Default&repeat=0&__WR__=__d__&duration=300&options=12&text=Schwerpunkt%20Fragen&sound=Default&repeat=0&__WR__=__d__&duration=450&options=12&text=Fragen%20HJ1&sound=Default&repeat=0&__WR__=__d__&duration=450&options=12&text=Fragen%20HJ2&sound=Default&repeat=0 

Dieser Text in einer Mail kann am iPhone angeklickt werden und als Option dann nach Timewinder exportiert werden.

Einziges Manko: Bisher läuft es nur im Hochformat.

Generell lohnt sich ein Blick in den Appstore. Es gibt viele Programme, die eine Uhr sinnvoll ersetzen, oft sogar kostenlos.

Halterung: The Glif

Habe ich eigentlich immer dabei (weil sie sowenig Platz weg nimmt): Eine Halterung, die das iPhone quer wie hoch hält, keinen Platz weg nimmt, und auch noch ein Stativgewinde hat. Letzteres brauche ich eher selten, aber ab und zu ist es dann doch ganz praktisch (Zeitrafferaufnahmen oder ähnliches).

Unterrichtsmaterialien zur Migration

Letzte Woche kam auf Deutschlandradio ein guter (kurzer) Beitrag, der mir spontan gefiel: Prof. Dr. Werner Schiffauer wurde zu einem theoretichen Gedankenspiel befragt, dass vor ein paar Monaten bereits durch das Internet wanderte. John Palmer, kanadischer Blogger, verteilte die Nationen der Erde neu, je größer die Einwohnerzahl, umso größer soll auch die Fläche des Landes sein. Die Deutschen kämen nach Saudi-Arabien, die Inder müssten nach Kanada etc.

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Wenn ich nächstes Jahr in meinem Geographie Kurs in Jahrgangsstufe 12 das Thema Migration behandeln werde, komme ich darauf zurück. Für den Fall, dass dies auch andere (Kollegen) interessiert, hier ein paar Materialien.

Einstieg: Karte. Kommentare zu der Karte (nicht nur geographische) finden sich auf der entsprechenden reddit-Seite, auf der die Karte ursprünglich gepostet wurde. Gute Gedanken zur Karte wurden wenig später im big think Blog, in der Rubrik strange maps niedergeschrieben: http://bigthink.com/ideas/25109

Anschließend: Audiobeitrag Umzug der Nationen im großen Stil (von dradio, 08:10min). Die Karte ist im Beitrag eher Ausgangspunkt zu einer ganzen Reihe von Fragen rund um das Thema Migration. Insofern würde ich auch recht schnell eine Definition von Migration wiederholen lassen (“Migration schafft einen Ausgleich zwischen den verfügbaren Ressourcen” ab 02:13), davon ausgehend auch die unterschiedlichen Gründe, warum Menschen migrieren (ab 07:10). Dazwischen finden sich diverse Anknüpfungspunkte für weitere Aspekte, je nach Vorwissen und Interessenslage würde ich manches vertiefen.

Statistische Daten zum Thema Bevölkerung gibt es im Internet zuhauf. Quellen, auf die ich oft diesbezüglich zurückgreife sind:

Es spricht nichts dagegen auch als kleine topographische Übung die Schüler eine vergleichbare Karte selbst erstellen zu lassen. Eine Blankoweltkarte gibt es zum Beispiel hier (wie man diese selbst erstellt, habe ich in einem anderen Blogeintrag beschrieben). Tabellen zu den Ländern der Erde (nach Größe sortiert) zum Beispiel bei der CIA oder (mit deutschen Staatennamen) bei lexas.net (die wiederum Daten der CIA, 2007 verwenden). Eine Liste mit den Staaten der Erde (nach Einwohnerzahl sortiert) gibt es etwa bei der CIA.

Die Süddeutsche hat Ende letzten Jahres dazu auch den Artikel Der große Umzug verfasst. http://www.sueddeutsche.de/wissen/weltbevoelkerung-der-grosse-umzug-1.1029034 – mit ein paar Arbeitsaufträgen könnte man dies auch verwenden. Der letzte Abschnitt ist ein Hinweis, auf den Wandel von Bevölkerungszahlen. Bei mir wäre diese Stunde im Anschluss an Bevölkerungsentwicklung, so würde sich hier eine Wiederholung des Stoffes der Vorstunde (Diagramme zur Bevölkerungsentwicklung) anbieten.

Zur Kartenarbeit gibt es diverse Karten, sowohl in den Standard-Atlanten, wie etwa Diercke Weltatlas (2008/2010)  S.254.2 (http://www.diercke.de/kartenansicht.xtp?artId=978-3-14-100700-8&seite=254&id=5295&kartennr=2) aber auch in etwas subjektiveren Werken, allen voran dem Atlas der Globalisierung (etwa S.170 im neuen Atlas von 2009).

Eventuell kann man dabei auch gut die anamorphen Karten von worldmapper.org integrieren. Diese sind ja inzwischen bereits in Schulbüchern zu finden (etwa Seydlitz|Diercke Geo 12, S.124). Artikel aus der Geo oder dem Spiegel erklären diese brauchbar. Hier als Beispiel die Karte zur Gesamtbevölkerung (womit sich der Kreis zur ursprünglichen Karte wieder schließt).

2[1]

Update September 2011: Die Zeit hat gerade eine passende Karte veröffentlicht, die John Palmers Idee der globalen Ausgleichswanderungen auf nationales Niveau verlegt: “Wohin müssten die Bewohner der Bundesländer ziehen, wenn es einwohnerdichtemäßig korrekt zuginge?”