Die ultimative Vektor-Weltkarte selbst gemacht
und das auch noch gratis und in weniger als einer Stunde. Theoretisch zumindest. Doch erst einmal von Anfang an…
Wir benötigen folgendes:
- Vektor Weltkarten von Natural Earth in den Maßstäben 1:10 Millionen, 1:50 Millionen, 1:110 Millionen (siehe oben). Alle zusammen benötigen etwas mehr als 200MB, insofern würde ich auch gleich alle drei Maßstäbe, jeweils kultur und physisch laden. Die Karten sind allerdings nicht “handelsübliche” Vektordaten, sondern georeferenzierte Shapedateien (.shp), wie sie auch z.B. ESRI ArcGis verwendet. Manche Schulen hatten glücklicherweise einmal etwas Geld übrig und haben dies für den Einsatz im Unterricht angeschafft. In diesem Fall erübrigt sich das erste Problem.
- Dies löst sich aber auch recht schnell (wenn auch nur kurzfristig) mit einer Testversion von ArcGis 10.0 für 60 Tage. Wenn jemand eine Alternative zum Umwandeln weiß, werde ich diese hier gerne mit aufnehmen). Für unser kleines Projekt benötigen wir nur rudimentäre Kenntnisse von ArcGis, falls jemand tiefer einsteigen möchte findet er hier einen kleinen Ausgangspunkt: Handbuch ArcGis von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich.
- Bleibt noch ein Programm zum Arbeiten mit Vektorgraphiken. Ich persönlich habe das Glück, dass ich als verantwortlicher Layouter des Jahresberichtes den Adobe Illustrator habe (Version CS3). Die aktuelle Version gibt es aber auch als Testversion von Adobe Illustrator CS5 für 30 Tage. Alternativen gibt es durchaus, von Corel Draw bis zum gratis Tool Inkscape. Ich persönlich habe mich inzwischen allerdings so sehr mit dem Illustrator angefreundet, dass ich gerne dabei bleibe. Im Netz gibt es zahlreiche Anleitungen, Tutorials etc., stellvertretend sei hier auf den Artikel 20 Basic Illustrator Tutorials Every Beginner Should See in Chris Spooners Blog spoongraphics hingewiesen.
Nach den Installationen öffnen wir ArcCatalog und wählen im Verzeichnisbaum links den Ordner aus, in dem die Natural Earth Daten entpackt liegen. Welche der Datensätze man nun für die endgültige Karte nimmt, bleibt jedem selbst überlassen.
Parallel dazu habe ich auch ArcMap geöffnet. Ziehe ich nun die entsprechenden Dateien von ArcCatalog in das ArcMap Fenster legt er sie mir wie Folien übereinander.
Der folgende Screenshot zeigt, welche ich genommen habe und in welcher Reihenfolge diese bei mir übereinander liegen:
Für folgenden Screenshot von der Weltkarte habe ich ein paar der Ebenen ausgeblendet (ohne Haken):
Bin ich soweit fertig, speichere ich das ArcMap Dokument. Exportieren kann ich über File – Export. Vor dem Export müssen alle Ebenen wieder aktiviert werden, andernfalls landen sie nicht in der Zieldatei. In unserem Beispiel nehme ich natürlich .ai als Zieldateiformat. Alternativen gibt es allerdings:
Die so erstellte Datei hat bei mir eine Größe von weniger als 4MB. Nach dem Export reicht ein Doppelklick auf die Datei und Illustrator öffnet sich.
Aus Gründen der Ordnung und Sauberkeit empfiehlt es sich, erst einmal alle Objekte mit farblosem Umriss und Füllung zu selektieren und löschen: In der Toolbar für Umriss und Füllung farblos auswählen und dann über Select Fill & Stroke alle entsprechenden auswählen. Entfernen drücken und gut ist.
Die Farben sind noch optimierbar. Konkret bedeutet dies:
- ich wähle die komplette Länderebene aus und färbe sie schwarz (Umriss) / weiß (Füllung), mit Strichstärke 0.25p
- Küstenlinie wird bei mir farblos/schwarz mit 0.75p
- Ozeans Umriss wird farblos
- Die Flüsse werden blau/farblos mit 0.5p; die Seen farblos/blau
- etc.
Ob einem der Maßstab präzise genug ist, hängt vom Einsatzzweck ab. Ich füge hier ein Bild von der Karte 1:50,000,000 (oder wie es auf der Webseite heißt 1:50m) an.
Es spricht aber auch nichts dagegen, gleich noch die anderen beiden Maßstäbe zu konvertieren. Die nahezu alle möglichen Ebenen umfassende 1:10 Millionen Karte hat nur knapp 50MB.
Hier noch die fertige Weltkarte als Bitmap (jpg):
Für die Nutzer der Testversionen empfiehlt sich nun noch diverse Karten (mit/ohne Flüsse, Städte etc.) als hochauflösende Bitmaps oder in universelleren Vektorformaten (svg, emf) bzw. als PDFs zu erstellen. Der Aufwand lohnt sich, denn eine Weltkarte kann man im Unterricht oft gebrauchen.








