Ein Dauerbrenner. Ein Seminar ist jetzt gerade vorbei (das Zitieren klappte halbwegs zufriedenstellend), das andere hat inzwischen seine Themen und beginnt mit Recherchen. Auch wenn eine saubere Bibliographie nur einen geringen Anteil an der Endnote hat, gehört sie meines Erachtens zu dem Bereichen, die eigentlich passen sollten. Viele Wege führen nach Rom und ebenso viele Möglichkeiten gibt es, die Bibliographie zu gestalten. Aber komplett sollte sie sein…
Während ich in einem folgenden Blogeintrag konkrete Beispiele aus der Praxis zeigen werde, fokussiere ich mich hier mehr auf die Theorie. Mögliche Elemente einer vollständigen Quellenangabe können sein:
Verfasser
Der Vorname kann abgekürzt werden. Sehr selten tritt der Fall ein, dass zwei verwendete Autoren mit dem gleichen Nachnamen und Anfangsbuchstaben der Vornamens verwendet werden. In diesem Fall kann man ja durchaus den Vornamen in seiner Gänze nennen.
Ämter o.ä. können auch als Verfasser fungieren. Auch Radiosendungen, Fernsehbeiträge, Podcasts etc. haben einen Verfasser.
Bei zwei Autoren erwähnt man beide (durch “und” verbunden); bei mehr als zwei reicht die Ergänzung “et al.” (lat. et aliter) hinter dem ersten Autor. Ich habe aber auch schon vier Autoren namentlich erwähnt gesehen.
Wenn kein Autor erkennbar ist – was im Internet leider durchaus passieren kann – so sollte man als erstes überdenken, ob die Quelle wirklich sinnvoll, seriös oder notwendig ist.
Bei positiver Antwort wird die Quellenangabe dann ohne Autor erfolgen. Das erste Element ist also der Titel – umso besser, wenn der Titel vom Format her (sei es durch kursive Schrift oder Anführungszeichen) auch gleich als Titel ins Auge springt.
Alternativ kann man auch die Quellenangabe mit “(kein Autor)“ beginnen.
Bei Wikipedia kann man durchaus in der Versionsgeschichte einer Seite einen Autor erfahren. Wenn man dies tut, kann man das Pseudonym noch mit dem Vermerk “Benutzer xxx” ergänzen.
Gerade bei wikipedia ist die Version der Seite nicht unwichtig, da sich manche Inhalte innerhalb kurzer Zeit ändern. Wikipedia hilft den Suchenden durch die Zitierhilfe (Bsp. Eiszeitalter) – man findet sie links vom Artikel im Menüpunkt ‘Werkzeuge’. Insofern wäre bei Wikipediaquellen durchaus auch noch der Eintrag durch die Ergänzung Versionsnr. eindeutiger. Alternativ sollte aber folgendes erwähnt werden:
Erstellungsdatum bzw. Erscheinungsdatum
Das Datum folgt klassischerweise dem Titel (etwa in Klammern) oder steht hinten. Manchmal erfordert die Recherche bei Internetseiten etwas Zeit – allerdings kann ein nicht erkennbares Erstellungsdatum auch ein Merkmal weniger ernsthafter Artikel sein.
Bei Bücher kann man noch die Auflage eines Buches ergänzen, da sich von Auflage zu Auflage (weniger von Druck zu Druck) manche Inhalte verändern. Normalerweise wird dies der Jahreszahl in hochgestellten Ziffern vorangestellt, etwa: 22012 – also erschienen 2012 in der 2. Auflage.
Bei mehreren Werken eines Autors aus dem gleichen Jahr, erweist es sich als sinnvoll, hinter die Jahreszahl noch Kleinbuchstaben zu ergänzen, etwa 2012a, 2012b etc. Dadurch kann ich meine Verweise aus dem Text der Arbeit eindeutig gestalten.
Titel
Untertitel kann man hinzufügen, sofern diese eine Zuordnung erleichtern.
Zeitschrift
Wenn der Aufsatz aus einer Zeitschrift stammt, so ist dies anzugeben: “In: Zeitschrifttitel”. Bitte Heft oder Nummer der Zeitschrift, Jahrgang, Seitenzahlen des gesamten Artikels etc. nicht vergessen.
Buch
Falls der Aufsatz in einem Buch stand, muss auch dieses Werk (inklusive dessen Herausgeber – gekennzeichnet durch den Hinweis Hrsg. in Klammern hinter dem Namen) aufgeführt werden.
Bitte die Ausgabe des Buches nicht vergessen sofern es sich nicht um eine Erstauflage handelt.
Es macht durchaus Sinn auch den Verlag (mit Ort) anzugeben, bei dem das Buch erschien.
“Nicht veröffentlichte Studienabschlussarbeit” oder ähnliches weißt darauf hin, dass die Arbeit nicht veröffentlicht wurde.
Internetadresse (URL)
Vor die Adresse kann man auch noch Vorsätze wie etwa “Online unter” o.ä. anbringen. Auch wenn Textverarbeitungsprogramme gerne URLs als solche kennzeichnen (kursiv, blau, unterstrichen etc.) finde ich dies in der endgültigen Arbeit irritierend. Meist genügt ein Rechtsklick und das Entfernen des Hyperlinks im Dokument.
Bei langen URLs (was eher der Regelfall ist), bitte auf ein Trennen idealerweise an Schrägstrichen achten.
Dazu gehört auch das Datum des Aufrufs der Seite.
Hoffentlich sind nicht wieder mehr als die Hälfte der verwendeten Seiten am Wochenende vor Abgabe der Arbeit aufgerufen worden…
Die Uni Saarland hat einige recht gute Gedanken zum Zitieren von Onlinequellen notiert. Auf diese sei hier hingewiesen.
Geht das auch leichter?
Ein bisschen Schummeln ist ok – oder nennen wir es Zeitersparnis. Es gibt Programme, die versuchen, entsprechende Informationen von Internetquellen automatisch zu finden.
Direkt online bietet sich etwa citethisforme an (was auch als generelle Orientierungshilfe für das Sammeln entsprechender Daten hilfreich ist); als (Standalone) Softwarelösung nehme ich selbst (seit Version 3.0) Zotero und die entsprechende Browsererweiterung.
Wie baue ich daraus denn nun meine endgültige Angabe?
Was den Stil und die Formatierung betrifft, bin ich selbst von der Fülle der Möglichkeiten überfordert. Autor in Kapitälchen, kursiv oder normal? Titel in Anführungszeichen oder kursiv? Jahreszahl in Klammern oder hinten? Din 1505-2?
Ich bin sehr dankbar für Zotero, das mir in dieser Hinsicht viel Arbeit abnimmt und mir Änderungen am Stil konsequent und sofort ermöglicht. Eventuell kommt noch ein Eintrag dazu später. An dieser Stelle vielleicht der Hinweis auf die Seite diverser möglicher Stile (in Zotero) mit Vorschau: das Zotero Style Repository, das einem (via MouseOver) schnell zeigt, wie eine Bibliographie entsprechend formatiert werden kann.
Von meinen Schülern erwarte ich hier primär Konsistenz. Und (so selbstverständlich es klingen mag) eine alphabetische Sortierung.
Wie verweise ich im eigentlichen Text auf die Quelle?
Im Fließtext bzw. in den Fußnoten erwarte ich nur kurze Verweise auf den kompletten Eintrag in der Bibliographie. Völlig ausreichend ist dann etwa: Autor (Jahr): Seite.
Bei Internetquellen fällt die Seite weg, bei gedruckten Medien sollte sie sich auf die konkrete Stelle (nicht den gesamten Artikel) beziehen.